Konfliktmanagement: Wie sich Konflikte am Arbeitsplatz konstruktiv lösen lassen 
Coaching Conflict management

Konfliktmanagement: Wie sich Konflikte am Arbeitsplatz konstruktiv lösen lassen 

11 März 2022

Wenn es Unstimmigkeiten im Team gibt, ist nicht selten der Erfolg des Projektes gefährdet. Wir geben Tipps, wie Führungskräfte mit Konflikten umgehen können.

Im Büroalltag sind Meinungsverschiedenheiten vorprogrammiert. Damit sie nicht eskalieren und in der Folge finanzielle Schäden für das Unternehmen verursachen, ist von den Führungskräften effektives Konfliktmanagement erforderlich. Welche Arten von Konflikten gibt es und wie lassen sie sich bewältigen?

Was versteht man unter Konfliktmanagement?  

Unter Konfliktmanagement im Unternehmen fallen alle Maßnahmen, die zur Vermeidung oder zu einer konstruktiven Lösung innerbetrieblicher Auseinandersetzungen dienen. Das Ziel ist es nicht, eine Auseinandersetzung zu gewinnen. Es geht vielmehr darum, gegenseitiges Verständnis zu wecken und einen sinnvollen Kompromiss zu finden, der für alle Beteiligten akzeptabel ist.

Woran lassen sich Konflikte früh erkennen?

Betriebliches Konfliktmanagement fällt in den Aufgabenbereich von Führungskräften. Um möglichen Folgen ungelöster Konflikte wie Demotivation, Mobbing und Kündigungen entgegenzuwirken, müssen sie lernen, Warnzeichen früh zu erkennen und effektiv zu handeln. Dazu gehören:

·       Die Produktivität lässt ohne erkennbaren Grund plötzlich nach

·       Mitarbeitende äußern sich herablassend übereinander

·       Bei der Kommunikation im Team hapert es

·       Mitarbeitende melden sich häufiger krank

·       Arbeitsanweisungen werden bewusst ignoriert

·       Kundenbeschwerden nehmen zu

Es ist äußerst wichtig, dass Führungskräfte die zwischenmenschlichen Beziehungen in ihrem Team aufmerksam beobachten. Durch Training und Coaching können sie ihre Fähigkeiten diesbezüglich sensibilisieren. Doch welche Arten von Konflikten gibt es, und welche Möglichkeiten stehen zu deren Lösung zur Verfügung?

Konfliktarten und Beispiele

Im Konfliktmanagement wird zwischen einer Reihe von Konfliktarten unterschieden. Je nach Konfliktart können die Methoden und Modelle angewandt werden, die sich jeweils am besten eignen. Im Berufsalltag sind folgende Konfliktarten besonders häufig anzutreffen:

Sachkonflikte entstehen, wenn im Team unterschiedliche Meinungen in Sachfragen, wie etwa der besten Lösung einer Aufgabe, herrschen – ein Klassiker im Geschäftsalltag.

Wenn zwei Mitarbeiter sich gegenseitig unsympathisch sind und nicht miteinander umgehen können, spricht man von einem Beziehungskonflikt.

Zielkonflikt: Die Entwicklungsabteilung soll Geld einsparen, während der Vertrieb auf ein schnelleres Entwicklungstempo pocht. Schwer miteinander vereinbare Ziele sind eine der häufigsten Ursachen von Konflikten in Unternehmen.

Ein Rollenkonflikt entsteht z. B. dann, wenn ein Mitarbeiter befördert wird und sich in seiner neuen Rolle als Vorgesetzter vor seinen ehemaligen Kollegen beweisen muss.

Verständniskonflikt: Ein Missverständnis, das nicht geklärt wird, führt zu einer dauerhaft angespannten Beziehung zwischen Kollegen.

Jeder nimmt eine Situation anders wahr und reagiert dementsprechend anders darauf. Unterschiedliche Einstellungen und Blickwinkel führen zu Beurteilungs- oder Wahrnehmungskonflikten.

Wenn ein Mitarbeiter die Verteilung von Ressourcen, Aufgaben, Verantwortung etc. als ungerecht empfindet, ist von einem Verteilungskonflikt die Rede.

Wie sich Konflikte im Team lösen lassen

Kleinere Meinungsverschiedenheiten, die sich noch im Anfangsstadium befinden, können von Führungskräften mit guten Social Skills oft recht schnell mit der KULT-Methode (Klärung-Ursachen-Lösung-Transfer) behoben werden. Analysieren Sie dabei zuerst die Situation: Worum geht es, welche Konfliktparteien gibt es und welche Positionen haben sie? Erforschen Sie im nächsten Schritt durch Gespräche und Diskussionen die Ursache des Konfliktes.

Diese Phase ist maßgeblich, damit nicht nur die oberflächlichen Anzeichen behandelt werden, während der eigentliche Konflikt viel tiefer verwurzelt ist. Sammeln Sie anschließend mit den Konfliktparteien Lösungsansätze, bewerten sie und arbeiten sie weiter aus. Am Ende dieser Phase sollte ein konkreter Plan stehen, welche Schritte unternommen werden sollen – und von wem. Erst wenn diese umgesetzt worden sind, also der Transfer in die Praxis gelungen ist, kann der Konflikt als gelöst betrachtet werden. Diese Methode eignet sich sehr gut zur Lösung von Beziehungs-, Verständnis- oder Wahrnehmungskonflikten.

Bei akuten Konflikten können Sie alternativ auch als Mediator fungieren. Im Gegensatz zur KULT-Methode treffen Sie hier selbst keine Entscheidungen, sondern leiten die Aussprache. Sie bieten Unterstützung bei der Lösungsfindung an, ohne vorgefertigte Lösungsvorschläge zu liefern. Ihr Einsatz als Mediator ist gerade dann besonders sinnvoll, wenn Sie einem Teammitglied mehr Verantwortung bzw. eine übergeordnete Rolle zugewiesen haben und andere Teammitglieder Schwierigkeiten haben, dies zu akzeptieren – also bei Rollen- und Verteilungskonflikten.

Entstehen Konflikte zwischen Ihnen selbst und Ihrem Team bzw. zwischen Ihnen und Führungskräften aus anderen Bereichen (Zielkonflikte), mag es sinnvoll sein, einen externen, unparteiischen Berater (Supervisor) einzuschalten. Ähnlich wie bei der Mediation werden unter seiner Aufsicht gemeinsam zwischenmenschliche Interaktionen analysiert, Probleme aufgedeckt und Lösungen erarbeitet, die zu einer Verbesserung von Kommunikation und Zusammenarbeit führen.

Das beste Konfliktmanagement ist die Prävention

Grundsätzlich sind eine durch Wertschätzung geprägte Unternehmenskultur die besten Mittel der Konfliktprävention. Als Führungskraft sollten Sie Ihre Mitarbeiter immer mit Respekt behandeln, Verantwortungsbereiche klar definieren, einen offenen Informations- und Meinungsaustausch im Team unterstützen, Grüppchenbildungen möglichst verhindern und durch regelmäßige Teambuilding-Maßnahmen den Zusammenhalt fördern. Solange alle miteinander kommunizieren, können Missverständnisse schnell aufgeklärt und Konflikte im Keim erstickt werden. Gegenseitiges Vertrauen hilft dabei, tiefere Konflikte zu bewältigen.

Eines sollten Sie noch bedenken: Alles Schlechte hat auch etwas Gutes. Wenn Konflikte frühzeitig erkannt und schnell behandelt werden, können sie durchaus positive Auswirkungen haben. Denn im konstruktiven Konfliktmanagement werden oft neue Ansätze gefunden, die im Endeffekt die Zusammenarbeit sogar noch verbessern.

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