Welche Führungspersönlichkeit sind Sie?

Welche Führungspersönlichkeit sind Sie?

16 Mai 2022

Prominente Persönlichkeiten wie Mahatma Gandhi oder Helmut Kohl haben gezeigt: Es gibt so viele Führungsstile wie Führungspersönlichkeiten. Wir haben fünf der wichtigsten Führungsstile, ihre Effektivität und ihre Einsatzmöglichkeiten für Sie zusammengefasst.

Was zeichnet eine gute Führungskraft aus? Ihre Antwort auf diese Frage könnte viel über Ihre eigene Führungspersönlichkeit verraten. Ob Sie für 1, 10 oder 10.000 Mitarbeiter:innen verantwortlich sind, die Art und Weise, wie Sie Führung angehen, hängt von Ihrer Persönlichkeit und Ihrer Kommunikationsweise ab. Laut aktueller Gallup-Studie fühlen sich 87 Prozent aller deutscher Arbeitnehmer:innen nicht an ihr Unternehmen gebunden. Angesichts dieser Erkenntnis und der anhaltenden Great Resignation ist die Bedeutung guter Führung wichtiger denn je. Schon vor einhundert Jahren befassten sich berühmte Soziologen und Psychologen wie Kurt Lewin und Max Weber damit, verschiedene Führungsstile zu definieren, die sich noch heute in Unternehmen antreffen lassen.


PATRIARCHALISCHE UND AUTOKRATISCHE FÜHRUNG

Die patriarchalische und die autokratische Führung haben viel gemeinsam: Beide sind geprägt durch Befehle, Gehorsam und Struktur. Es ist ein Führungsstil, der gekennzeichnet ist durch Kontrolle über alle Entscheidungen mit wenig Beitrag der Gruppenmitglieder. Der einzige Unterschied zwischen den beiden Führungsstilen besteht darin, dass ein patriarchalischer oder matriarchalischer Leader ein stärkeres Verantwortungsgefühl gegenüber den Mitarbeiter:innen empfindet. 

Die patriarchalische und autokratische Führungspersönlichkeit: selbstbewusst, strukturiert, entschlossen und verantwortungsbewusst. Sie verlässt sich auf ihr Wissen und ihre Erfahrung und übernimmt die volle Verantwortung für Ziele, Entscheidungen und strategische Erfolgskonzepte.

Vorteile:

• Klare Befehlskette und Erwartungen
• Sofortige Entscheidungsfähigkeit
• Effizientes Krisenmanagement

    Nachteile:

    • Innovative Ideen der Mitarbeiter:innen gehen verloren
    • Kreative Lösungen sind eingeschränkt
    • Fehlende Anerkennung kann zu einer niedrigen Arbeitsmoral führen

    Fazit: Autokratische und patriarchalische Führung ist in Situationen hilfreich, in denen ein Unternehmen mit ständigen Veränderungen oder einer Krise konfrontiert ist. Im Vergleich zu anderen Führungsstilen können sie aufgrund klarer Organisationsstruktur und schneller Entscheidungsfindung sofort auf die jeweilige Situation reagieren.

     

    BÜROKRATISCHE FÜHRUNG

    Die bürokratische Führung basiert auf strengen Regeln und Vorgaben. Innerhalb der Hierarchie sind alle Rangstufen von unten nach oben fest integriert. Beim bürokratischen Führungsstil erhalten Sie genaue Zeitvorgaben und Pläne, wie Sie und Ihr Team eine Aufgabe zu erledigen haben. Innerhalb des bürokratischen Führungsstils bilden Richtlinien, Stellenbeschreibungen und Dienstanweisungen die Grundlage für alle Entscheidungen.

    Die bürokratische Führungspersönlichkeit: Diszipliniert, gewissenhaft, pflichtbewusst und strukturiert. Sie befolgt Regeln, Richtlinien und Verfahren und verlässt sich auf diese.

    Vorteile: 

    • Klare Vorgaben
    • Planbarkeit und Zuverlässigkeit
    • Kein Machtmissbrauch durch einzelne Personen

    Nachteile:

    • Unflexibel durch geringen Entscheidungsspielraum
    • Keine Kreativität gefordert
    • Anpassung an Veränderungen sind langwierig

    Fazit: Dadurch, dass die Prozesse weitgehend standardisiert sind, ist der Entscheidungsspielraum stark eingeschränkt. Das Arbeitsumfeld ist allerdings planbar, klar definiert und bietet eine zuverlässige Struktur.

     

    CHARISMATISCHE FÜHRUNG

    Hier führt das eigene Charisma. Dieser Führungsstil soll Veränderung steuern, Mitarbeiter:innen begleiten, motivieren und entwickeln. Als markantes Beispiel für diese Führungspersönlichkeit gilt der ehemalige CEO und Gründer von Apple, Steve Jobs. Durch ihn als charismatischen Leader konnten die Mitarbeitenden seine richtungsweisende Vision realisieren. Kenntnisse in Psychologie sind für charismatische Führungskräfte unverzichtbar. Tools wie der Myers-Briggs-Typenindikator unterstützen dabei.

    Die charismatische Führungspersönlichkeit: Hoheemotionale Intelligenz, Selbstmotivation, klare Visionen kombiniert mit einem großen Selbstvertrauen. Durch ihre Überzeugungskraft gewinnt sie schnell Kontrolle über die Emotionen anderer.

    Vorteile:

    • Kombinierbar mit anderen Führungsstilen
    • Hohe Motivation und Arbeitszufriedenheit werden gefördert
    • Stärkere Bindung an das Unternehmen und geringere Fluktuationsrate

    Nachteile:

    • Hohes Missbrauchspotenzial 
    • Gefahr von Identitätsverlust seitens der Mitarbeitenden
    • Führungspersönlichkeiten können einen Tunnelblick entwickeln

     

    Fazit: Aufgaben des Managers: Die aktuellen Herausforderungen als persönliche Chance verstehen, Veränderungen mitzugestalten, und dadurch Brücken zwischen Personen und Organisationen zu bauen. Charisma kann gelernt werden, Coaching von Führungskräften wird hierzu gezielt eingesetzt.

     

    KOOPERATIVE / DEMOKRATISCHE FÜHRUNG

    Die kooperative oder demokratische Führung ist einer der effektivsten Führungsstile und am häufigsten bei Human Resources und Fachleuten anzutreffen. Sie fördert die gleichberechtigte Einbeziehung der Mitarbeitenden in Entscheidungsprozesse. Sie – als Führungskraft – bleiben verantwortlich für die Ergebnisse.

    Die kooperative / demokratische Führungspersönlichkeit: Fair, teamorientiert, transparent und erkenntnisorientiert. Der kooperative Führungsstil erfordert eine starke und durchsetzungsfähige Führungskraft.

    Vorteile:

    • Förderung offener Kommunikation
    • Ansporn zu Kreativität und Innovation
    • Gesteigerte Produktivität und Loyalität gegenüber dem Unternehmen

    Nachteile:

    • Längere Entscheidungsprozesse durch unterschiedliche Meinungen 
    • Verstärktes Konkurrenzdenken unter den Mitarbeitenden
    • Potenzielle Abhängigkeit von den Fachkenntnissen und Erfahrungen der Mitarbeiter:innen

    FazitDiese Führung ist durch einen partizipativen Prozess gekennzeichnet und verlangt eine äußerst intuitive und aufmerksame Führungskraft, die bei Konflikten zwischen den Teammitgliedern entschlossen handelt.

    Genau wie Persönlichkeitstypen lassen sich auch Führungsstile nicht in bestimmte Schubladen stecken. Stattdessen lassen sie sich auf Grundlage einer Reihe von Merkmalen wie Autonomie und Flexibilität grob kategorisieren. Suchen Sie eine spezialisierte Personalberatung? Mit unserer 360-Grad-Betreuung stehen wir Ihnen mit Rat und Tat zur Seite. Sprechen Sie uns an, wir beraten Sie gerne.

     

    Laissez-Faire Führung

    Der Begriff Laissez-faire bedeutet wörtlich „machen lassen“. Er steht als Synonym für das Gewährenlassen und Nichteinmischen. Der Laissez-faire-Führungsstil folgt ähnlichen Grundsätzen: Mitarbeiter:innen sollten größtmögliche Freiheiten, Eigenverantwortlichkeit und Entscheidungsspielräume zugestanden werden. Vorgesetzte greifen nicht durch Kontrolle oder Hierarchie ein, sondern vertrauen auf die Eigenständigkeit der Arbeitnehmer:innen.

    Die laissez-faire-Führungspersönlichkeit: Unterstützend, kreativitätsfördernd, und verantwortungsvoll. Die laissez-faire-Führungspersönlichkeit gibt ihren Mitarbeitenden den Handlungsspielraum, vollkommen selbständig zu arbeiten. Dennoch behält sie immer die Verantwortung für das Handeln ihres Teams.

    Vorteile:

    • Mitarbeitende können ihre Erfahrungen einbringen 
    • Der Laissez-Faire Führungsstil unterstützt Unabhängigkeit
    • Mitarbeiter:innen werden ermutigt, neue Ideen zu entwickeln

    Nachteile:

    • Führungskräfte können sich vor ihrer Führungsaufgabe drücken 
    • Zusammenhalt der Gruppe wird geschwächt
    • Mitarbeiter:innen könnten den Führungsstil ausnutzen

    Fazit: Dieser Führungsstil erweist sich nur dann als vorteilhaft, wenn die Teammitglieder hoch qualifiziert, sehr motiviert und fähig genug sind, die ihnen übertragene Aufgabe zu erfüllen. Er eignet sich am besten für Situationen, in denen die Mitarbeiter:innen mehr Wissen haben als die Leiter:innen oder über Fachwissen in einem bestimmten Bereich verfügen, mit dem eine Lösung für die Aufgabe gefunden werden kann.